Veränderung? Ja her damit?

In der Gartenlaube meiner Großeltern stand ein kleiner Schrank aus den 50er Jahren. Das war einmal der Kühlschrank der Familie. Nicht die Art Kühlschrank, die wir heute kennen. Sondern einfach ein Schrank für Lebensmittel. Die Vordertür war mit einer Gage bespannt, sodass die Luft gut zirkulieren konnte und die Lebensmittel vor Insekten geschützt waren.

Ich fand den Schrank schon immer cool.

Schon als Kind wusste ich, dass ich den mal haben möchte. Dieser Schrank hat nun sehr viele Warte-Stationen hinter sich. Denn ich hatte nie den richtigen Platz und die richtige Verwendung für ihn. Die letzten Jahre stand er auf dem Carport meiner Eltern und diente als Werkzeugschrank. Schön war er nicht mehr anzusehen. Alle fanden ihn hässlich. Nur ich erkannte noch seine verborgene Schönheit. Ich wollte ihn irgendwann mitnehmen. Deswegen blieb er… und gilbte vor sich hin.

Doch dann war unsere Zeit gekommen. Letzten Sommer kaufte ich Schleifpapier, Pinsel und Farbe und auch noch edles Wiener Geflecht dazu. Dann ging es los. Aus dem kleinen hässlichen Ent… äh Schränklein wurde ein wahres Schätzchen. Ich hatte es immer gewusst!

Jetzt steht er bei mir im Flur und strahlt. Ein echtes Unikat ist er geworden. Gefüllt mit Erinnerungen und Emotionen.

Und irgendwie ist das alte Schränkchen eine Metapher für mich geworden. Eine Metapher für Erinnerungen.

Als ich nach 13 Jahren meine Tanzschule aufgeben musste, war das sehr schmerzlich für mich.

Ich wusste noch nicht in welche Richtung es für mich weiter gehen sollte.

Schließlich hatte sich mein Leben so viele Jahre um die Tanzschule gedreht. Was anderes konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen. Dementsprechend schwer fiel mir das ausräumen.

Da sagte mein Freund zu mir:

Du entscheidest jetzt mit welchen Gefühlen du die Erinnerung verknüpst. Du kannst sie mit Trauer, mit Traurigkeit und Wut verbinden, weil du alles verloren hast.

Oder: Du nimmst die Freude mit, die du hattest. Die vielen Erfahrungen. Du nimmst das mit, was du gelernt hast und was dich zu dem Menschen gemacht hat, der du heute bist.

All das nimmst du mit! Das ist dein Startkapital für das Neue das beginnen wird.

Wow! Das hat gesessen und ich fühlte: Er hat recht.

Diese Erkenntnis hat mir anschließend oft geholfen.

Immer dann, wenn die Trauer und die Wut des Verlustes, doch mal wieder bei mir anklopfte.

Jedoch: Es ist mir gelungen, aus meinen Erinnerungen an diese Zeit, ein kleines Schätzchen zu machen. Genauso ein Schätzchen wie der kleine Schrank der jetzt bei mir im Flur steht.

Wir entscheiden, ob unsere Erinnerungen irgendwo im Keller vermodern oder ob wir sie als Schätze bewahren.

Ich wünsche euch viele dieser wertvollen Schätze.

Die euch durch das Leben begleiten. Die der Beginn für etwas wunderbares Neues werden können. 

Das entscheidest du. 

Und hier geht es zum Video: Veränderungen meistern 

Hier seht ihr mein Schränkchen wie es wieder zum Schätzchen wurde.

Mehr Anregungen? Hier gibt es noch mehr Lesefutter:

Der Rhythmus

Wir leben in einer Zeit, in der ausschließlich “die Ernte” akzeptiert wird. Weder das davor noch das danach wird ausreichend geachtet. Höher, schneller, weiter … Wie oft höre ich so dahin gesagte Sätze wie: “Man will sich ja nicht verschlechtern.”

Hauptsache Arbeit!

Der Satz der Zeit war: “Hauptsache Arbeit!“
Ein kleiner Satz, in dem so viel ungesagt blieb. Man hätte auch sagen können:
Es ist egal was für ein Scheiß du machen musst und wen das nützt. Hauptsache du verdienst Geld.
Und damit waren die Ossis im Kapitalismus angekommen.

In der Mitte … liegt die Kraft.

Das sagt man so… stimmt´s? Jeder weiß es irgendwie. Und irgendwie auch nicht, weil es schon so eine Floskel ist?

Ich finde: Es lohnt sich trotzdem, da mal genauer drüber nachzudenken.

Was ist denn die Mitte? Und warum ist die so wichtig?

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