Ist das Fashion? Oder kann das weg?

Heute wollte ich mir die neue Frühjahrsmode anschauen. Ich genieße es sehr durch die Läden zu schlendern. Die Schnitte, die Farben, die Stoffe, das Material zu sehen und zu fühlen. Das was mir gefällt anzuprobieren. Um dann mit ein paar Schätzchen für die neue Saison nach Hause zu kommen. Vorher wollte ich im Internet schauen.

Was mir heute aufgefallen ist oder besser gesagt, was mich ärgert. (Nicht in allen Shops aber doch in einigen zu viel):

Der Ausdruck und die Körperhaltung der Models!

Ich sehe verzerrte und an Krankheit erinnernde Posen.

Mir gingen tatsächlich Fragen durch den Kopf wie: Hat sie einen Hexenschuss? Oder Migräne?

Ich sehe junge Frauen mit einem Habitus einer Greisin.

Ich sehe gekrümmte Körper, Ich sehe hoch gezogene und nach vorn verschobene Schultern, dazu verschränkte Arme.

Ich frage mich beim betrachten der Bilder: Schämt sie sich für ihre Brust?

Schämt sie sich für ihren Körper?

Das tut mir richtig weh. Nicht nur, weil ich als Tänzerin großen Wert auf eine gesunde Haltung und Ausstrahlung lege.

Das tut mir weh … als Frau!

Was für ein “Schick“ soll uns hier verkauft werden?

Und was macht das mit den jungen Frauen die noch auf der Suche sind? Die sich noch finden? Die sich an Vorbildern orientieren wollen?

Tatsächlich begegnen mir diese Körperhaltungen zu oft auf der Straße. Ich beobachte Menschen die scheinbar überhaupt kein Gefühl für ihren Körper haben. Die keine Ahnung davon haben, wie sich Spannung und Entspannung anfühlen.

Das Schlimme ist: Es ist dann auch egal, was für Klamotten dran hängen. Es sieht einfach alles nach nix aus. Im übrigen fühlt es sich auch nicht gut an. Das kann jeder in einem Selbsttest mal ausprobieren.

Übung:

Stelle dich hin und konzentriere dich auf deinen Körper. Atme tief ein und aus. Stell dir vor: Jemand zieht einen imaginären Stöpsel. Jetzt entweicht (wie bei einem Schwimmreifen) die Luft, also die Körperspannung. Stell dir eine Skala von 0 bis 10 vor. Lass so lange die Luft/Spannung raus, bis du bei 0 angekommen bist. Jetzt beginnst du wieder deinen Körper mit Spannung zu füllen. So als würde dich jemand mit Kraft und Energie aufpumpen.

Stell dir dabei wieder die Skala von 0 bis 10 vor. Die 10 ist das Maximum. Mehr Spannung geht nicht. Wiederhole die Übung so oft du willst und achte darauf, wie du dich in den einzelnen Etappen fühlst.

Im Leben sind alle Etappen der Skala wichtig. Wenn wir wirklich entspannen wollen, sollten wir uns im unteren Bereich, bis hin zur 0 bewegen können. Wenn wir wach, aktiv und aufmerksam sein wollen, müssen wir uns in den oberen Bereich begeben. Sonst wird das leider nichts. Wenn wir es nicht schaffen uns selbst mit Körperspannung zu versorgen, werden wir uns immer müde und schlapp fühlen. Es geht um eine innere Aufrichtung, die dabei hilft gesund und gut gelaunt durch´s Leben zu kommen. Wie Einatmen und Ausatmen – Spannung und Entspannung.

In meinen Workshops und Tanzkursen habe ich diese Übung sehr gern angeleitet. Immer mit wichtigen Aha-Erlebnissen für die Teilnehmerinnen.

Der Körper ist lernfähig, wenn die richtigen Impulse kommen.

Das wissen alle Tänzer und Sportler. Das wissen alle Menschen die sich mit diesem Thema bewusst auseinander setzen. Doch was passiert, wenn diese Impulse ausbleiben?

In den letzten 2 Jahren wurde der

Couchpotato als Held gefeiert.

Und die Mode-Ikonen können nicht mehr gerade stehen.

Der weibliche Körper war (und ist immer noch) vielen Projektionen ausgesetzt. Gerade in der Mode! Und jetzt wird das Thema sehr komplex.

Es scheint mir: Es wird damit ein Gegenentwurf zur “Sexy-Hexi“ präsentiert.

Es soll gleich gar niemand auf die Idee kommen, dass die gezeigte Frau ein sexuelles Wesen sein könnte. Also werden alle fraulichen Reize versteckt.

Wahrscheinlich wird angenommen, dass sich die Käuferinnengruppe da besser verstanden fühlt.

Nur gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Hier verdreht sich das vermeintlich Gute zum extrem Schlechten.

Ich weiß sehr wohl, dass viele Frauen große Probleme mit dem eigenen Körper haben. Und sich gar nicht trauen aufrecht durch´s Leben zu gehen.

Am Beispiel der weiblichen Brust kann ich das gut beschreiben.

Vielen Frauen wurde eingeredet: “Deine Brust ist nicht richtig“. Manche von uns haben bereits in der Pupertät gelernt, dass es besser ist, die Brust zu verstecken. Denn es war peinlich, als die “Dinger“ auf einmal gewachsen sind. Während die einen ihre Brust als zu groß empfinden, haben die anderen Komplexe, weil die Brust zu klein ist, nicht die richtige Form hat oder was auch immer.

In Spanien sagen die Frauen: “Tragt eure Brüste wie der Stier seine Hörner.“

Das ist doch ein herrliches Statement! Dieser Satz kann Wunder bewirken und ist eine Befreiung. Ich habe es in meinen Tanzkursen selbst erlebt.

In der Mode wird seit Jahren eine knabenhafte Figur propagiert.

Nur die meisten Frauen sehen eben anders aus. Wahrscheinlich hat sich die Natur was dabei gedacht 😉

So viele Frauen leiden unter diesem bescheuerten Modediktat, weil diesem Bild eben nur wenige Konstititions-Typen entsprechen. Da könnte man doch mal die Frage stellen:

Warum sich die knabenhafte Figur in der Mode so fest gesetzt hat?

Zu diesem Thema habe ich, in einem Buch von Rüdiger Dahlke, einen interessante These gefunden. Dafür müssen wir hinter die Kulissen der High-Fashion-Industrie schauen.

Da fällt auf, dass dort vor allem schwule Männer Karriere machen. Könnte es sein, dass schwule Männer knabenhafte Figuren bevorzugen?

Seit Jahren kasteien sich Frauen, um einem Modebild zu entsprechen, dass Männer entworfen haben, die gar nicht auf Frauen stehen.

Die meisten Hetero-Männer mögen nämlich durchaus die weiblichen Rundungen und können die weibliche Hysterie überhaupt nicht verstehen.

Lasst uns mit mehr Wohlwollen auf unsere Körper schauen. Die Brüste sind die Brüste. Ohne Wertung. Die gehören zum weiblichen Körper einfach dazu. Schönheit kennt viele Formen. Und kommt vor allem aus unserem Inneren.

Wenn wir bewusst und respektvoll mit uns und mit anderen umgehen, können wir wie wundervolle Blumen erblühen.

Unsere Weiblichkeit feiern. Und aufrecht durch´s Leben gehen.

Mein Fazit von heute:

Mode soll Freude machen. Die Persönlichkeit unterstreichen.

Und ich kaufe eben nur dort, wo mich die Bilder auch dazu inspirieren.

Und ich lade dich ein:

Mit Genuss aufrecht durchs Leben zu gehen.

Dir SELBST bewusst.

In allen Facetten der Schönheit.

Der Film zum Artikel:

Mehr Anregungen?

Hier gibt es noch mehr Lesefutter:

Der Rhythmus

Wir leben in einer Zeit, in der ausschließlich “die Ernte” akzeptiert wird. Weder das davor noch das danach wird ausreichend geachtet. Höher, schneller, weiter … Wie oft höre ich so dahin gesagte Sätze wie: “Man will sich ja nicht verschlechtern.”

Hauptsache Arbeit!

Der Satz der Zeit war: “Hauptsache Arbeit!“
Ein kleiner Satz, in dem so viel ungesagt blieb. Man hätte auch sagen können:
Es ist egal was für ein Scheiß du machen musst und wen das nützt. Hauptsache du verdienst Geld.
Und damit waren die Ossis im Kapitalismus angekommen.

In der Mitte … liegt die Kraft.

Das sagt man so… stimmt´s? Jeder weiß es irgendwie. Und irgendwie auch nicht, weil es schon so eine Floskel ist?

Ich finde: Es lohnt sich trotzdem, da mal genauer drüber nachzudenken.

Was ist denn die Mitte? Und warum ist die so wichtig?

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