Einen (Wald) Cocktail bitte!

Wie uns die Natur heilen kann.

Nach dem langen und kalten Winter hatte ich große Sehnsucht nach der Farbe grün.

Ich meine dieses satte, saftige grün, wenn die Natur in voller Blüte steht. Diese Sehnsucht habe ich beim malen gestillt.

Dabei bemerkte ich, wie wichtig für mich eine natürliche Umgebung, Pflanzen und Tiere sind. Und das sie eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration darstellen.

Hildegard von Bingen sprach bereits von der “Grünkraft“. Sie meinte damit die wohltuende und gesundheitsfördernde Wirkung der Pflanzen. Und das kann eigentlich jeder bestätigen. Wir sehnen uns alle danach.

Es scheint jedoch, dass der moderne Mensch seine eigenen Wurzeln verdrängt. Oftmals wird die Natur als etwas Abgetrenntes wahrgenommen. Als etwas irgendwo da draußen. Etwas, dass mit den Menschen nichts mehr zu tun hat. Die Umwelt eben.

Doch lässt sich unsere Entwicklungsgeschichte so einfach austrixen?

Ich glaube nicht!

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht.

Der Mensch ist ein Naturwesen.

Er entwickelte sich über Jahrmillionen in der Natur.

Er ist ein Teil von ihr.

Diese Erkenntnis ist keine Frage der Weltanschauung! 

Die gesundheitsfördernde Wirkung lässt sich mittlerweile mit knallharten wissenschaftlichen Methoden beweisen.

Was viele von uns intuitiv schon immer wussten ist schwarz auf weiss messbar.

Die Kraft der Natur kann uns sogar heilen.

Wenn Patienten im Krankenhaus, aus ihrem Fenster in die Natur blicken können. Wie z. B. auf einen Baum. Dann genesen sie besser und schneller, als wenn sie auf Häuser oder Mauern schauen. Das konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden.

Wenn allein schon der Anblick so förderlich ist. Was passiert dann, wenn wir mitten in der Natur sind? Im Wald zum Beispiel?

Wir kennen den wohlriechenden Duft eines Waldes.

Was da so gut duftet, sind sekundäre Pflanzenstoffe und die sind sehr gesund.

Wir können sie mit der Nahrung aufnehmen. Deswegen ist eine vorwiegend pflanzliche Ernährung mit viel Gemüse, Kräutern und Obst so gesund.

Wir können die wertvollen Substanzen auch einatmen.

Der Wald schenkt uns einen großen Cocktail an gesundheitsfördernden Stoffen, die unser Immunsystem stärken.

Es handelt sich dabei um bioaktive Substanzen, die von den Pflanzen abgegeben werden. Eine sehr große Gruppe sind die Terpene. Etwa 40 000 soll es von ihnen geben. Mithilfe dieser Terpene kommunizieren die Pflanzen untereinander. Sie können damit Informationen austauschen. So schützen sie sich z. B. vor Fressfeinden.

Die Information, dass eine Gefahr droht, wird über die Terpene von den Bäumen an die Luft abgegeben. Der Wind verbreitet sie in der Umgebung. Die Terpene und die darin enthaltenen Informationen erreichen die Artgenossen in der gesamten Umgebung. Und so können sie bereits Abwehrstoffe produzieren, bevor die Fressfeinde bei ihnen angekommen sind.

Nach einem Tag im Wald oder auch schon nach einem Waldspaziergang ist unser menschliches Immunsystem deutlich gestärkt.

Bei Testpersonen konnte festgestellt werden, dass die Killerzellen im Körper dann deutlich erhöht sind. Und dass sie sehr viel aktiver ihre Arbeit tun. Nämlich:

Den Körper vor Feinden wie Bakterien und Viren schützen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Terpene mit unserem Immunsystem kommunizieren, genau so, wie sie es auch mit den Pflanzen tun.

Der Mensch kommt aus der Natur und hat sich in ihr entwickelt.

Wir sind immer noch mit der Natur verbunden.

Was für ein Glück!

Die Waldatmosphäre einatmen ist in Japan mittlerweile eine anerkannte Heilmethode.

Auch hierzulande beschäftigen sich immer mehr Menschen mit diesem Thema. Und nutzen die Kraft und die wohltuende Wirkung.

Der Psychotherapeut und Philosoph Erich Fromm etablierte den Begriff “Biophilia“. Er meinte damit die Liebe zum Leben. Die eng damit verknüpft ist, dass wir Menschen uns mit der Natur verbinden wollen.

Das war immer so und das wird auch immer so bleiben.

Die blühenden Gärten, die Wildblumen-Wiesen, die kleinen Balkone, die in den Städten immer mehr zu kleinen Oasen werden, bezeugen das. 

Literaturtipp: 

Wer mehr wissen möchte, dem lege ich dieses Buch an´s Herz:

“Der Biophilia Effekt“, von Clemens G. Arvay

Ich wünsche dir viele erholsame Momente in der Natur. 

In diesem Video zeige ich dir eine Übung, mit der du noch mehr in die Wald-Atmosphäre eintauchen kannst: 

Mehr lesen? Hier gibt es noch mehr Lesefutter:

Der Rhythmus

Wir leben in einer Zeit, in der ausschließlich “die Ernte” akzeptiert wird. Weder das davor noch das danach wird ausreichend geachtet. Höher, schneller, weiter … Wie oft höre ich so dahin gesagte Sätze wie: “Man will sich ja nicht verschlechtern.”

Hauptsache Arbeit!

Der Satz der Zeit war: “Hauptsache Arbeit!“
Ein kleiner Satz, in dem so viel ungesagt blieb. Man hätte auch sagen können:
Es ist egal was für ein Scheiß du machen musst und wen das nützt. Hauptsache du verdienst Geld.
Und damit waren die Ossis im Kapitalismus angekommen.

In der Mitte … liegt die Kraft.

Das sagt man so… stimmt´s? Jeder weiß es irgendwie. Und irgendwie auch nicht, weil es schon so eine Floskel ist?

Ich finde: Es lohnt sich trotzdem, da mal genauer drüber nachzudenken.

Was ist denn die Mitte? Und warum ist die so wichtig?

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