Das Ding mit dem Alter

Das Ding mit dem Alter…

In ein paar Tagen werde ich 43. Wow, das ist ein tolles Alter!

Und ich hätte vor einigen Jahren nie gedacht, das ich so was mal öffentlich sagen oder sogar in einem Artikel schreiben würde.

In meinen 30ern hatte ich mehr Schwierigkeiten mit dem “älter“ werden, als ich ich es heute habe. Irgendwie ist das verrückt. Oder?

Ich hatte damals eine betagte Schauspielerin sagen hören: “Wenn man eine alterslose Diva werden möchte, dann sollte man so früh wie möglich sein wahres Alter verheimlichen.“ Das hat mich damals stark beeindruckt. Das fand ich cool. Das wollte ich auch. Eine alterslose Diva werden. Mein Alter war ab diesem Zeitpunkt ein großes Geheimnis und ein Tabu-Thema.

Nun die Zeiten der Divas sind vorbei. Und warum Alterslos?

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Die Lebensjahre sind das Leben. Mein Leben.

Jedes Jahr hat mich zudem gemacht, was ich heute bin. Mit allem was dazu gehört. Mit allen Höhen und Tiefen.

Jahre weg schummeln, um vermeintlich jünger zu sein.

Ist das nicht die Missachtung des eigenen Lebensweges?

Heute empfinde ich das als undankbar.

Ich kenne viele Menschen, denen es nicht vergönnt war, 43 Jahre alt zu werden.

Ein bisschen Dankbarkeit und auch Demut vor dem Leben ist da ganz gut angebracht. 

Vor einigen Jahren sagte mein Freund zu mir:

Ersetze mal “Alter“ mit “Erfahrung“, “Können“ oder “Weisheit“.

Und da hat es bei mir …Klick… gemacht.

Das ist doch das, was ich erreichen möchte!

Das ist auch das, was mich an anderen interessiert.

Was mich inspiriert und begeistert.

Jedoch, das fällt nicht einfach so vom Himmel.

Das sind die wertvollen Erfahrungen die das gelebte Leben bringen. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Das sind die zwei Seiten einer Medaille. Wer das eine will, sollte das andere mögen.

Jedes Alter hat seine Qualitäten. Gute und auch nicht so Gute. In meinen Zwanzigern war auch nicht alles super. Vieles was ich damals gemacht habe, würde ich heute nicht mehr tun. Und manches was ich damals unbedingt wollte oder vermeintlich dachte zu brauchen, ist mir jetzt einfach nicht mehr wichtig.

Alles hat seine Zeit. Und das ist auch gut so.

Überhaupt definiere ich “jung sein“ heute anders, denn meine Beobachtung ist:

Es gibt durchaus Junge, die alt wirken und in ihrem Aussehen und in ihrer Vitalität auch tatsächlich sind.

Und es gibt junge, fitte und attraktive Menschen bis ins hohe Lebensalter.

Das hat also nicht unbedingt etwas mit einer Zahl zu tun. Sondern mit der Lebensweise und der Einstellung dazu. Und wenn das nichts mit einer Zahl zu tun hat, muss man diese auch nicht zurecht mogeln.

Da ist es doch viel besser mit Dankbarkeit und auch mit ein bisschen Stolz auf jedes einzelne Jahr viel Wert zu legen. 

Also …

ich freue mich auf meinen Geburtstag und bin gespannt darauf, was mir das neue Lebensjahr schenken wird.

Was ich jetzt schon weiß:

Ich werde weiter lernen, Neues wagen und neugierig bleiben. Denn das ist es, was jung hält.

Und ich bin gespannt, wie ich in zwanzig oder dreißig Jahren auf mein Leben in meinen 40ern schauen werde.

Franka Baddura, 28. Januar 2021

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Der Rhythmus

Wir leben in einer Zeit, in der ausschließlich “die Ernte” akzeptiert wird. Weder das davor noch das danach wird ausreichend geachtet. Höher, schneller, weiter … Wie oft höre ich so dahin gesagte Sätze wie: “Man will sich ja nicht verschlechtern.”

Hauptsache Arbeit!

Der Satz der Zeit war: “Hauptsache Arbeit!“
Ein kleiner Satz, in dem so viel ungesagt blieb. Man hätte auch sagen können:
Es ist egal was für ein Scheiß du machen musst und wen das nützt. Hauptsache du verdienst Geld.
Und damit waren die Ossis im Kapitalismus angekommen.

In der Mitte … liegt die Kraft.

Das sagt man so… stimmt´s? Jeder weiß es irgendwie. Und irgendwie auch nicht, weil es schon so eine Floskel ist?

Ich finde: Es lohnt sich trotzdem, da mal genauer drüber nachzudenken.

Was ist denn die Mitte? Und warum ist die so wichtig?

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